Donnerstag, 15. Januar 2015

Die richtige Fokussierung bei einem Dilemma

Die richtige Fokussierung bei einem Dilemma

Um ein Ziel zu erreichen, ist es wichtig, dass wir uns darauf fokussieren. Anders ist es bei Problemen oder einem Dilemma.

Da wir uns leider meistens auf das fokussieren, was wir nicht wollen und auf das, was nicht funktioniert, bekommen wir auch nur das, was langfristig nicht sinnvoll ist. Wer kein positives Ziel formuliert und visualisiert, sieht es auch nicht und kann es dementsprechend auch nicht erreichen. Die meisten Menschen haben „Weg-von-Ziele.” Ein solches Ziel könnte z.B. lauten: „Ich werde mich nie wieder auf Menschen einlassen, die …” oder „Ich brauche dringend einen neuen Job; mein Chef nervt mich…” Hier liegt die Fokussierung aber auf dem was ich nicht mehr will und das Ziel hat keine Richtung. „Weg von” gibt keine konkrete Richtung an, es wird nichts visualisiert. Es kann in jede Richtung gehen, was aber bedeutet, dass ich die nächstbeste Veränderung annehme, da sie ja ohne großen Aufwand das „Weg-von-Ziel” erfüllt. Wir alle wissen aber was passiert, wenn wir das Nächstbeste nehmen.
Ein gutes Ziel hingegen ist ein „Hin-zu-Ziel“, denn es hat eine konkrete Richtung. Zudem wird es visualisiert und kann sich somit im Unterbewusstsein einprägen. Unser Unterbewusstsein leitet uns unbemerkt auf den richtigen Weg, wenn das Ziel nach gewissen Kriterien erarbeitet wurde.
Ist ein Ziel erst einmal fokussiert, nimmt unser Unterbewusstsein nur noch Dinge wahr, die uns auf dem Weg zum Ziel halten. Ist das Ziel nicht richtig erarbeitet, kann das Ergebnis durchaus unbefriedigend sein.
Was tun bei einem Dilemma?
Es gibt immer mehr als zwei Möglichkeiten
chess-79638_1280Oftmals befinden wir uns in Situationen, die uns suggerieren, wir hätten nur zwei Wahlmöglichkeiten. Nehmen wir als Beispiel eine gescheiterte Ehe. Das Haus ist noch nicht bezahlt; die Kinder sind noch klein; die Kommunikation zwischen den Partnern besteht nur noch aus Schuldzuweisungen und Zank. Man hat das Gefühl, dass nichts mehr zu retten ist, andererseits führt die Scheidung zu großen finanziellen Verlusten und wird zur Belastung für die Kinder. Die Frage, die man sich stellt lautet: Ehe aufrecht erhalten oder scheiden lassen?
Hier entstehen Fokussierungen auf zwei Möglichkeiten, die beide gewisse Nachteile haben. Wir halten beide Lösungswege für ein Verlustgeschäft und daher fällt uns die Entscheidung schwer. Da der Ist-Zustand aber auch unbefriedigend ist, setzen wir uns zeitlich unter Druck und wollen schnell eine Entscheidung herbei führen, die aber selten vollständig durchdacht ist und für die wir emotional noch nicht gefestigt sind. Wenn ich mich auf diese beiden Lösungen fokussiere, habe ich einen stark eingeschränkten Sichtwinkel. Bei einem Dilemma hat man zwei eingeschränkte Sichtwinkel, die beide dafür sorgen, dass man nur begrenzte Informationen aufnimmt und sich gedanklich und emotional im Kreis dreht. Gute Lösungen und mögliche Kompromisse werden dann oft übersehen.
„Sich nicht entscheiden können“ ist ein Signal des Unterbewusstseins, das uns damit mitteilt, dass uns zur Entscheidung wichtige Informationen fehlen. Wir brauchen mehr Zeit und mehr Input.
Wenn wir dies erkennen, können wir ganz bewusst sagen, dass uns noch Informationen fehlen, um eine gute Entscheidung treffen zu können. Also entscheiden wir uns ganz bewusst für: „Es ist jetzt nicht die richtige Zeit eine Entscheidung zu treffen.”
Jetzt ist mein Fokus plötzlich viel weiter gespannt, mein Sichtwinkel ist größer und ich nehme mehr Informationen auf. Irgendwann habe ich durch die breitere Fokussierung alle Informationen, die ich für eine sichere und sinnvolle Entscheidung benötige.
sunlight-166733_1280Es ist in so einem Fall ebenfalls möglich, dass durch die „weite“ Fokussierung – bzw. durch die bewusste Nichtfokussierung – eine dritte Möglichkeit erkannt wird, die weniger negative Folgen hat. Im obigen Beispiel könnte dies zB eine Umwandlung der Ehe in eine Wohngemeinschaft im gemeinsamen Haus sein, zum Wohle der Kinder und zum Erhalt des Eigenheims. Zumindest so lange, bis die Kinder die Trennung leichter verkraften können oder das Haus abbezahlt ist, um einen hohen Verlust durch einen schnellen Notverkauf zu verhindern.
Entscheidungen zwischen mehreren Wahlmöglichkeiten, die einem gleichermaßen attraktiv bzw. unattraktiv erscheinen, fallen deshalb schwer, weil uns Informationen fehlen. Haben wir alle benötigten Informationen, können wir den, für alle Beteiligten, besten Weg erkennen. In so einem Fall hilft es oft, die bewusste Fokussierung auf „ich brauche mehr Zeit und bessere Informationen” zu setzen.
Hektischer Aktionismus führt selten zum Ziel. Es wird zwar viel erreicht oder zumindest viel bewegt, aber leider oft in die falsche Richtung.
Herzliche Grüße
Thomas Pfitzer
Autor und Coach
www.wingwave-rhein-neckar.de

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